Was tun wenn kein Gas mehr kommt und die Strom- & Ölpreise explodieren?

Die Regierung hat Handwerksbäcker vergessen - das neue ‚Energiekostendämpfungsprogramm‘ entlastet energieintensive Branchen aber das Bäckerhandwerk bleibt unverständlicherweise außen vor und die Gasumlage belastet noch zusätzlich.

Da Backen nunmal ein energieintensives Geschäft ist, stellen die gestiegenen Energiepreise Bäcker vor eine ganz besondere Herausforderung: Die dramatische Gasverknappung und eine erwartete Verfünf- bis Versechsfachung der Gaspreise in den nächsten Monaten macht Bäckern mit gasbeheizten Produktionsöfen (und das sind mehr als 50% in Deutschland) Existenzsorgen. Aber auch Bäcker mit Öl- oder strombeheizten Öfen müssen sich auf steigende Preise einstellen - Prognosen für das kommende Jahr 2023 erwarten eine Verdopplung bis Verdreifachung der Strompreise.
Auch die Preise für Heizöl haben sich im letzten halben Jahr bereits verdoppelt. Vor diesem Hintergrund und da unsere Bäcker systemrelevant für unsere Gesellschaft sind, ist es unverständlich, warum deutsche Handwerksbäcker von dem sogenannten ‚Energiekostendämpfungsprogramm‘ ausgeschlossen wurden. Hoffentlich wird unsere Regierung hier nochmals nacharbeiten und entsprechend nachbessern.    

Da es für die Erzeugung von Strom zahlreiche Alternativen gibt (regenerativer Wind, Sonnen- & Wasserkraft, Biomasse sowie Atom- und Kohlekraftwerke plus Öl und Gas was erstaunlicherweise immer noch verstromt wird), werden Stromöfen demnächst auch in Deutschland die sichere und zunehmend saubere Alternative zu Gas werden (in anderen Ländern wie Frankreich und Norwegen wird aufgrund der niedrigeren Strompreise übrigens bereits seit Jahrzehnten mit Strom gebacken).
Die Gaspreise werden kurz- und mittelfristig auf einem extrem hohen Preisniveau verharren, da im Ausland eingekauftes LNG, also flüssiges Erdgas, sehr teuer bleiben wird. Außerdem wird LNG durch umweltschädliches, hydraulisches Fracking gefördert (diese Methode ist in Deutschland übrigens verboten) und muss mit großen Schweröltankern über die Meere transportiert werden was zu einer extrem schlechten CO2 Umweltbilanz führt.

Um diese Herausforderungen zu meistern, können unsere ATLAS Stikkenöfen von Gas auf Ölbrenner umgestellt werden. Alternativ kann auch ein relativ teurer Hybridbrenner zum Einsatz kommen. Außerdem können unsere gas- und ölbeheizten ATLAS Stikkenöfen auch auf die sichere Elektrovariante mit Heizstäben umgerüstet werden. Elektrische Energie aus einer Photovoltaikanlage auf dem Hallendach mitsamt einem Pfufferspeicher könnte diese elektrischen ATLAS Stikkenöfen beheizen. Aus Klimaschutzgründen ist Photovoltaik eine gute Sache und die gesamten Stromkosten werden dadurch natürlich reduziert. Jedoch ist die Investition kostspielig und der Platzbedarf erheblich. 

Der bevorstehenden Energiekostenexplosion (unabhängig vom Energieträger Strom, Gas oder Öl) kann nur durch konsequente Energieeinsparungen in der Backstube und den Filialen begegnet werden. Aus diesem Grunde haben wir die letzten Jahre bereits viel Zeit und Geld in die Forschung und Entwicklung von effizienteren Öfen investiert: Der neue ATLAS 2.0+ hat als erster Stikkenofen vom VDE im Mai 2022 ein Zertifikat* verliehen bekommen und verfügt über eine patentierte Schwadenrückführung.
Auch unser neuer PICCOLO PRO® hat als erster Ladenbackofen vom VDE im Februar 2021 zertifiziert bekommen, dass er bis zu 32% weniger Energie verbraucht*. Diese beiden sparsamen Öfen werden direkt standardmäßig mit unserem Energy Manager Softwaretool in der High-Tech IQ Touch Steuerung ausgerüstet. Diese optimiert durch einen Eco-Modus teure Stand- und Leerlaufzeiten der Öfen. Dadurch wird zusätzlich Energie eingespart. Auch unsere patentierte COOL RISING Technologie mit Kältekurven im Plusbereich (ohne ‚energiefressendes‘ Schockfrosten und Tiefkühlen) spart Energie und Zeit. 

Als innovativer Technologieführer sind wir jetzt eine exklusive Forschungskooperation mit dem ttz Bremerhaven - einem renommierten Forschungsinstitut für Lebensmitteltechnologie - eingegangen, um die ersten wasserstoffbetriebenen Öfen zu entwickeln. Grüner Wasserstoff (H2) wird durch den Einsatz erneuerbarer Energien durch Elektrolyse aus Wasser erzeugt. Er ist DER Energieträger der Zukunft da er in großen Mengen verfügbar ist und ohne CO2 Emissionen verbrennt. Darüberhinaus ist die sog. Energiedichte von Wasserstoff dreimal so hoch wie vom fossilen Heizöl oder Benzin. Aus diesem Grunde ist der Transport und die Speicherung von Wasserstoff auch entsprechend teuer und anspruchsvoll. Unser Forschungsprojekt ist sicherlich noch ein paar Jahre von der Marktreife entfernt. Jedoch werden WACHTEL Kunden zu den ersten gehören, denen unsere serienreife Wasserstoff-Technologie angeboten werden wird. 

Ihr
Oliver Frey

*Die VDE Zertifizierung wurde im Vergleich des ATLAS 2.0+ (Modell 0.8 XL Gas) mit dem Vorgängermodell Revolution (Modell 1.8 Gas) im Mai 2022 durchgeführt. Der Energieverbrauch an diesen unterschiedlichen Gerätegenerationen wurde unter realitätsnahen Bedingungen ermittelt. Die Messungen des Energieverbrauchs erfolgten im Zusammenhang mit der Zubereitung verschiedener Backwaren. Die Energieeinsparung ist abhängig von den jeweilig getesteten Backwaren.